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Buch in Microsoft Word formatieren für Print und E-Book (Ratgeber 2026)

11 Min. Lesezeit · Aktualisiert: Oktober 2026

Für ein sauberes, professionelles Buch brauchst du keine Spezialsoftware. Wenn du Microsoft Word besitzt, hast du alles, was du brauchst, um ein Manuskript für ein Taschenbuch und für ein E-Book zu formatieren. Der Haken: Word ist ein Textverarbeitungsprogramm und kein Layoutprogramm. Es belohnt daher eine bestimmte Arbeitsweise: erst die Seite einrichten, Formatvorlagen statt manueller Formatierung nutzen und die Datei schlicht halten. Dieser Ratgeber führt dich der Reihe nach durch den Prozess, vom Seitenformat bis zum finalen Export. Er ist eine Anleitung speziell für dieses Programm. Die allgemeineren Regeln der Formatierung bei Händlern findest du in unserem allgemeinen KDP-Formatierungs-Ratgeber.

Wie richtest du dein Word-Dokument ein, bevor du loslegst?

Beginne mit einer sauberen Datei, am besten, indem du deinen Text als reinen Text einfügst, damit keine versprengte Formatierung mitkommt. Alte Manuskripte enthalten oft versteckten Ballast: doppelte Leerzeichen, Tabs als Einzüge, manuelle Zeilenumbrüche und ungewöhnliche Schriften. Füge den Text mit der Option „Nur Text beibehalten“ in ein neues Dokument ein und arbeite von dort aus weiter.

Stelle als Nächstes das Seitenformat passend zu deinem Taschenbuch ein. Gehe auf Layout, dann Größe, dann Weitere Papierformate und gib das gewählte Buchformat ein, zum Beispiel 5 x 8 Zoll (12,7 x 20,32 cm) oder 6 x 9 Zoll (15,24 x 22,86 cm). Mach das vor allem anderen, denn eine spätere Änderung des Seitenformats lässt das ganze Buch neu umbrechen und kann dein Layout zerstören. Falls du noch kein Format gewählt hast, erklärt dir unser Ratgeber zu Buchformaten die Möglichkeiten.

Lege dann unter Layout, Seitenränder, Benutzerdefinierte Seitenränder deine Ränder fest. Wähle „Gegenüberliegende Seiten“, damit der innere Rand (Bundsteg) getrennt vom äußeren Rand eingestellt wird. Der innere Rand muss größer sein als der äußere, damit die Bindung berücksichtigt ist. Das erforderliche Minimum hängt von Seitenzahl und Druckerei ab. Prüfe die aktuellen Werte auf der Vorlagenseite deiner Druckerei und nutze den Bundsteg-Rechner, wenn du einen schnellen Anhaltspunkt möchtest.

Wie nutzt du Formatvorlagen statt manueller Formatierung?

Formatvorlagen sind der größte Unterschied zwischen einem aufgeräumten und einem fragilen Word-Buch. Statt Text zu markieren und die Schrift von Hand zu ändern, definierst du eine Vorlage einmal und wendest sie überall an. Änderst du die Vorlage, aktualisiert sich jede Stelle.

Du brauchst nur sehr wenige. Passe die integrierte Vorlage „Standard“ für den Fließtext an: eine gut lesbare Serifenschrift, eine Größe von etwa 10,5 bis 12 Punkt je nach Buchformat, einfacher oder 1,15-facher Zeilenabstand und ein Erstzeileneinzug von etwa 0,3 Zoll (0,76 cm), einzustellen unter Absatz, Sondereinzug, Erste Zeile. Nutze niemals die Tabulatortaste oder Leerzeichen zum Einrücken. Passe dann „Überschrift 1“ für die Kapitelüberschriften an, mit größerer Schrift, zentrierter Ausrichtung und etwas Abstand davor und danach.

Überschrift 1 für Kapitel zu verwenden hat einen zweiten Vorteil. Word erstellt die E-Book-Navigation und das Inhaltsverzeichnis aus diesen Überschriften, daher spart konsequente Anwendung jetzt später Arbeit.

Wie gehst du mit Kapiteln, Umbrüchen und der Titelei um?

Lass jedes Kapitel auf einer neuen Seite beginnen, mit einem Seitenumbruch oder besser mit dem Häkchen bei „Seitenumbruch oberhalb“ in den Absatzeinstellungen der Vorlage Überschrift 1. So bleibt jedes Kapitel einheitlich, ohne dass du Umbrüche von Hand einfügst. Viele gedruckte Bücher beginnen Kapitel ein Drittel weiter unten auf der Seite. Das erreichst du, indem du in derselben Vorlage Abstand davor hinzufügst.

Baue deine Titelei in der üblichen Reihenfolge auf: Titelseite, Impressum, Widmung, danach das Inhaltsverzeichnis, falls du eines verwendest. Im Print beginnt das erste Kapitel normalerweise auf einer rechten (ungeraden) Seite. Nutze deshalb Abschnittsumbrüche (Nächste Seite oder Ungerade Seite) statt Leerseiten, die du mit der Eingabetaste erzeugst. Unser Impressum-Generator kann dir bei der Formulierung dieser Seite helfen.

Ergänze im Anhang eine Autorenvita, einen Hinweis mit der Bitte um Rezensionen und Links zu deinen anderen Büchern. Setze jedes Element auf eine eigene Seite. Für Szenenwechsel innerhalb von Kapiteln nimmst du deine Vorlage für Szenenwechsel statt Leerzeilen, denn Leerzeilen können am Seitenanfang verschwinden oder im E-Book entfernt werden.

Wie fügst du Seitenzahlen, Kopfzeilen und ein Inhaltsverzeichnis ein?

Seitenzahlen und Kolumnentitel werden über Abschnitte gesteuert. Füge nach der Titelei einen Abschnittsumbruch (Nächste Seite) ein, klicke dann doppelt in die Fußzeile der ersten Textseite und deaktiviere „Mit vorheriger verknüpfen“. Jetzt kannst du die Nummerierung ab Kapitel eins bei 1 beginnen und die Titelei ohne Nummern oder mit römischen Ziffern lassen.

Nutze „Erste Seite anders“, damit Kapitelanfangsseiten keine Kopfzeile haben, und „Gerade & ungerade Seiten unterschiedlich“, wenn du auf der einen Seite den Autorennamen und auf der anderen den Buchtitel möchtest. Kontrolliere nach der Einrichtung jeden Kapitelanfang, denn Kopfzeilen auf Kapitelstartseiten verraten schnell Amateure.

Für das Inhaltsverzeichnis gehst du auf Referenzen, Inhaltsverzeichnis und fügst ein automatisches auf Basis von Überschrift 1 ein. Im Print aktualisierst du es zuletzt, wenn die Seitenaufteilung endgültig ist. Im E-Book behältst du es als aktive Links, damit Leser zwischen den Kapiteln springen können. Tippe das Inhaltsverzeichnis nicht von Hand, denn die Seitenzahlen verschieben sich, sobald du etwas bearbeitest.

Wie formatierst du eine Word-Datei für E-Book und Print?

Die beiden Formate sind unterschiedliche Produkte und sollten nicht blind dieselbe Datei teilen. Eine Print-Datei ist fest: Seitenformat, Ränder und Seitenzahlen zählen. Ein E-Book ist umfließend, die Leser ändern Schrift und Größe, und dein Seitenlayout fällt weg. Entferne für die E-Book-Version Seitenzahlen, Kopfzeilen, gegenüberliegende Ränder und alle Leerseiten, die als Abstand dienen, und behalte das Inhaltsverzeichnis als anklickbare Links.

Speichere getrennte Kopien. Behalte eine Masterdatei für den Print und eine abgespeckte Kopie für das E-Book. Vermeide in der E-Book-Kopie Textfelder, Tabellen für das Layout und im Fließtext erzwungene Schriften, da sie auf E-Readern Probleme machen. Füge Bilder im Textfluss ein, in sinnvoller Größe, und ergänze kurzen Alternativtext.

Händler akzeptieren unterschiedliche Upload-Typen, und ihre Anforderungen ändern sich. Prüfe daher vor dem Export die aktuellen Vorgaben jeder Plattform. Kindle Direct Publishing etwa hat Word-Dateien für E-Books akzeptiert, doch viele Autoren laden lieber eine EPUB hoch. Wofür du dich auch entscheidest: Sieh dir das Ergebnis immer in der Vorschau des Händlers an, bevor du veröffentlichst.

Wie exportierst und prüfst du die Datei und behebst typische Word-Probleme?

Für den Print exportierst du über Datei, Speichern unter, PDF und wählst die Standardoption (Drucken) statt minimaler Größe. Stelle sicher, dass die Schriften eingebettet sind, was Word beim PDF-Export standardmäßig macht. Öffne das PDF und blättere jede Doppelseite durch. Achte auf Hurenkinder und Schusterjungen (einzelne Zeilen, die oben oder unten auf einer Seite gestrandet sind), Überschriften am Seitenende und unerwartete Leerseiten.

Typische Probleme haben einfache Ursachen. Seltsame Abstände sind meist übrig gebliebene manuelle Formatierung: Lösche sie und wende eine Vorlage neu an. Springende Seiten entstehen meist durch Absatzschaltungen, mit denen Text nach unten geschoben wurde. Wenn eine Überschrift keine neue Seite beginnt, fehlt meist „Seitenumbruch oberhalb“ in der Vorlage. Schalte die Formatierungszeichen ein (die Schaltfläche ¶), um zu sehen, was wirklich in der Datei steckt.

Word hat echte Grenzen. Einen schlichten Roman bewältigt es gut, aber komplexe Layouts wie viele Illustrationen, mehrspaltige Rezepte oder große Tabellen sind schwieriger. Wenn du an diesen Punkt kommst, kann ein spezielles Werkzeug Zeit sparen. CruxOne, eine browserbasierte Plattform für Indie-Autoren, kann aus deinem Manuskript ein druckfertiges PDF sowie EPUB und DOCX erzeugen, aber für einen einfachen Roman reicht Word völlig aus. Bestelle zum Schluss ein gedrucktes Probeexemplar und lies es auf Papier, bevor du es freigibst.

Häufige Fragen

Kann man ein ganzes Buch in Microsoft Word formatieren?

Ja. Word kann für ein Standardbuch, besonders einen Roman, ein druckfertiges PDF und eine E-Book-Datei erzeugen. Nutze Formatvorlagen, Abschnitte und gegenüberliegende Seitenränder, damit alles sauber bleibt.

Welche Schrift und Größe soll ich für ein Buch in Word verwenden?

Verwende in deiner Fließtext-Vorlage eine gut lesbare Serifenschrift, meist zwischen 10,5 und 12 Punkt je nach Buchformat. Wähle eine Schrift, deren Lizenz das Einbetten in dein PDF erlaubt.

Wie lasse ich Kapitel in Word auf einer neuen Seite beginnen?

Setze in den Absatzeinstellungen der Vorlage Überschrift 1 das Häkchen bei „Seitenumbruch oberhalb“. Jede Kapitelüberschrift beginnt dann automatisch auf einer neuen Seite, ganz ohne manuelle Umbrüche.

Soll ich dieselbe Word-Datei für Print und E-Book verwenden?

Nein. Behalte eine Master-Datei für den Print und erstelle eine abgespeckte Kopie für das E-Book, ohne Seitenzahlen, Kopfzeilen, gegenüberliegende Ränder oder leere Abstandsseiten.

Wie beginne ich die Seitennummerierung bei Kapitel eins?

Füge nach der Titelei einen Abschnittsumbruch (Nächste Seite) ein, hebe die Verknüpfung der Fußzeile mit dem vorherigen Abschnitt auf und lege dann fest, dass die Seitenzahlen im neuen Abschnitt bei 1 beginnen.

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